Zihler

Vorgehen


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Arbeitsweise

Ausschlaggebend ist die Frage, was im spezifischen Fall wirkt. Wir nehmen Menschen und situative Bedingungen wichtiger als standardisierte Massnahmen. Übergeordnetes Ziel ist die Selbständigkeit. Für Interventionen heisst das: nachhaltige Lösungen nach der Unterstützungsphase sicherstellen. Für Projekte heisst das: Ersetzbarkeit gewährleisten.


 Bewegen  Beteiligen  Begleiten
Bewegen
Beteiligen
Begleiten
  • Emotion: Lernen geschieht dann am nachhaltigsten, wenn Emotion mit Kognition verbunden werden kann.
     
  • Gewaltfreie Kommunikation (M.B. Rosenberg): Veränderung findet dann statt,  wenn Menschen wertschätzend in Beziehung treten. Nicht dann, wenn versucht wird, andere zu bestimmten Dingen zu bewegen.
  • Kooperativ: Wir wissen nicht von Vornherein, was „richtig“ ist. Die Beteiligten sind ExpertInnen ihrer eigenen Situation.
     
  • Authentisch: Wir versuchen mit Widerständen zu arbeiten, nicht gegen sie. Es kann nur aufrichtig „ja“ sagen, wer auch aufrichtig „nein“ sagen darf.
  • Beziehung: Begleiten bedeutet in erster Linie Beziehungs- und Vertrauensaufbau. Voraussetzung dafür ist Transparenz in Bezug auf Rollen, Rahmenbedingungen und Ziele.
     
  • Gemeinschaft: Gemeinsam schaffen wir ein Netzwerk, das trägt. Sowohl im persönlichen Umfeld als auch hinsichtlich fachlicher Ressourcen.

 

Familienbegleitung

so funktioniert's

Wir begleiten Familien in belasteten Situationen, um Fremdplatzierungen zu vermeiden. Die Eltern werden in ihren Rollen gestärkt, damit sie die Verantwortung für ihre Kinder wahrnehmen können. Das persönliche Umfeld sehen wir dabei nicht als Problemursache, sondern in erster Linie als Ressource für nachhaltige Veränderungen.

Ausgangslage
Nach einem belastenden Scheidungsverfahren, wird der Mutter das Sorgerecht zugesprochen. Sie ist überfordert und neigt unter Stress zu Gewalt. Die Kinder sind stark verunsichert. Der Wohnortswechsel wirkt zusätzlich destabilisierend.

Die neue Schule erstattet beim Sozialdienst eine Gefährdungsmeldung. Es findet ein Erstgespräch mit der Mutter, dem Beistand und unserer Familienbegleiterin statt.  

 

Zielvereinbarungen
Die Mutter wünscht sich eine Ansprechperson, um sich im neuen Alltag zurechtzufinden und für ihre Kinder sorgen zu können.

Ziele:
  • Das Wohl der Kinder steht an erster Stelle
  • (Scheidungs-)Konflikte werden auf Erwachsenenebene gelöst

Lösungsansätze:
  • Wöchentliche Coachings der Mutter: Rollenfindung, konstruktiver Umgang mit Stress
  • Vor- und Nachbereitung der Besuche des Vaters
Verlauf
Nach drei Monaten findet eine erste Standortbestimmung statt. Die Kinder haben sich eingelebt. Der ältere Sohn hat im Fussballclub Freunde und männliche Bezugspersonen gefunden. Die Beziehung zum Vater bleibt schwierig. Aber die Mutter kennt nun Strategien, um Stresssituationen frühzeitig zu erkennen und anders damit umzugehen.

Nach eigener Einschätzung ist die Mutter nicht länger auf regelmässige Unterstützung angewiesen. Es wird vereinbart, dass sie nach Bedarf telefonisch Kontakt aufnimmt.
 

Bewegte Intervention

so funktioniert's

Wir nutzen Bewegung und Emotion, um den Umgang mit Regeln, Akzeptanz und Fairness ins tägliche Zusammenleben zu übertragen. Ob in der Präventionsarbeit oder bei Kriseninterventionen, in Sportvereinen oder Klassenverbänden, für Weiterbildungen oder Teamtage – wo immer Sie unser KRAFTmodell anwenden möchten, wir passen es für Sie an!

Ausgangslage
An einer Primarschule nimmt eine Gruppe Jungs den Pausenplatz zunehmend in Beschlag und schikaniert die anderen Kinder. Unsere KRAFT-Coaches machen sich ein Bild vor Ort. Schnell zeigt sich: Wer nicht zur Gruppe gehört, versucht auszuweichen. Niemand leistet Widerstand.

In Absprache mit der Lehrerin werden zwei geschlechtsgetrennte Sportlektionen als Interventionsrahmen bestimmt. Ziel ist es, solidarisches Handeln spielerisch zu thematisieren.

 

Intervention bei den Jungs
Im Spiel werden zwei Knaben durch den Coach dauernd und immer schärfer benachteiligt. So lange, bis sich jemand dagegen wehrt.
„Sie, das ist nicht fair!“ – „Was?“
„Die zwei werden immer zusammengepfiffen.“ –  „Das war mir gar nicht bewusst. Das müsst ihr mir doch sagen.“

Eine Diskussion kommt in Gang und für die weiteren Spiele gilt: Ungerechte Behandlung wird dem Coach sofort gemeldet.
 
Verlauf
In einem moderierten Gespräch tauschen sich Knaben und Mädchen über die jeweiligen Erlebnisse aus. Bei der Frage, ob sie unfaires Verhalten auch aus anderen Situationen kennen, wird der Pausenplatz bald zum Thema. Gemeinsam wird nach Lösungen gesucht.

Die Kinder einigen sich auf die Klassenregel: „Wenn i öppis gseh, wo’s mir oder enere angere Person nid wohl isch derby, sägeni öppis.“
 

Schulische Überbrückung

so funktioniert's

Zeigen standardisierte Massnahmen bei Kindern und Jugendlichen in schwierigen Lebenslagen keine Wirkung (mehr), bilden wir eine Brücke zwischen Institutionen und Individuum. Was wir bieten, ist vor allem eines: Zeit für den Einzelfall.

Ausgangslage
Ein neunjähriges Kind wird wegen auffälligen Sozialverhaltens per sofort aus der öffentlichen Schule ausgeschlossen. Der Versuch, es in ein Wohn- und Schulheim zu integrieren, scheitert nach einer Woche: Das Kind sei in der Gruppe nicht tragbar.

Um das Recht auf Bildung zu gewährleisten, übernehmen wir im Auftrag der Sozialdienste die temporäre Sonderbeschulung.

 

Lernbegleitung
Lernen setzt Vertrauen voraus – in sich selbst und in andere. Daher unternehmen unsere Lehrpersonen zu Beginn v.a. Entdeckungstouren im Freien. Das Kind entwickelt eine grosse Begeisterung fürs Fischen. Die selbstbestimmten Lernerfahrungen ermöglichen, miteinander in Beziehung zu treten. 

Die Aktivitäten werden den Interessen und Fortschritten des Kindes stetig angepasst. Nach und nach werden Elemente des offiziellen Lehrplans integriert. Hierzu setzen wir auch die 1:1-Lernbegleitung von Schule im Koffer ein.
 
Verlauf
Mit dem Ziel, das Kind wieder in die öffentliche Schule zu integrieren, werden im Einzelunterricht gezielt auch ruhige Lektionen eingeübt. Später nimmt das Kind stundenweise am Regelunterricht teil. So wird es schrittweise und in enger Begleitung in die neue Klasse integriert.

Nach vier Monaten ist unser Mandat erfüllt. Von da an wird die Betreuung durch eine schulische Heilpädagogin übernommen.